MED-RFQ f√ľr Krebstherapie
Mittwoch, 18. Oktober 2017

Medizin-RFQ

Unser kleiner Dauerbrenner. - dieser RFQ ist wohl der erste seiner Art, der in Serie produziert wird. Zum Einsatz kommt diese ca. 1,40 m lange Struktur in Schwerionentherapieanlagen wie das HICAT in Heidelberg, dem CNAO (Centro Nazionale di Adroterapia Oncologica) Italien, der Röhnklinik in Marburg und dem NRoCK (Nordeuropäisches Radioonkologisches Centrum Kiel). Weitere Anlagen sind im Aufbau bzw. in Planung.


Der RFQ ist nat√ľrlich nur ein kleiner Teil des gesamten Beschleunigerkomplexes. In seinem Aufbau spiegelt sich aber die f√ľr die Gesamtanlage g√ľltige Grundanforderung einer kompakten, f√ľr den klinischen Alltagsbetrieb tauglichen Auslegung wieder. Als Besonderheit dieses RFQs ist die Integration der aus Driftr√∂hren bestehenden Bunchereinheit am Strahlausgang besonders hervorzuheben. Eine derartige integrierte RFQ-Driftr√∂hrenkombination wurde hier erstmals realisiert. Auch die gew√§hlte Betriebsfrequenz von 217 MHz f√ľhrt zu einer besonders kompakten L√∂sung.


Der gro√üe Vorteil bei der Behandlung von Tumorerkrankungen mit Schwerionen (vornehmlich Kohlenstoff) ist die Ausbildung des sogenannten Bragg-Peaks. Gemeint ist damit folgendes: Im Vergleich zu herk√∂mmlichen Bestrahlungsmethoden mit Photonen oder Elektronen, entfalten Schwerionen ihr zerst√∂rerisches Potenzial in einer wohl definierten, von der Einschussenergie abh√§ngigen Eindringtiefe. Das erm√∂glicht ein hochpr√§zises Therapieverfahren, bei dem einerseits gesundes Gewebe geschont, andererseits der Tumor au√üerordentlich effizient bek√§mpft werden kann. Der Tumor l√§sst sich mit einer Pr√§zision √§hnlich der eines chirurgischen Skalpells entfernen, ohne dass der K√∂rper ge√∂ffnet werden muss. Das ist besonders interessant in K√∂rperregionen, die schlecht zug√§nglich sind (Gehirn, Prostata, Augen usw.). Im Rahmen eines Pilotprojektes bei der GSI in Darmstadt, haben sich hervorragende Heilungschancen, insbesondere f√ľr nach herk√∂mmlichen Methoden als unheilbar geltende Patienten ergeben.

Der 4. RFQ dieser Baureihe wurde k√ľrzlich  in Kiel von der Siemens AG erfolgreich in Betrieb genommen. Eine Ver√∂ffentlichung hierzu finden Sie in den Proceedings zur LINAC2010 Koferenz.

 
Design: Prof. Dr. A. Schempp, Dr. A. Bechtold